schade?

„Das Chaos ist aufgebraucht, es war die schönste Zeit“ – ein Satz, von unbekannter Hand auf eine Wand geschrieben, in der Kleinen Alexanderstraße in Berlin-Mitte. Böttiger hat ihn entdeckt und der Nachwelt erhalten, wie auch jene Reklame auf einer alten Brandmauer in der Friedrichstraße, die erstaunlich lange inmitten emporstrebender Stahlskelette westlicher Renommierbauten für sowjetische Eisenbahnen warb „Reisen von Berlin nach Moskau in bequemen Reisewagen – Interessant und pünktlich“. Beides existiert inzwischen nicht mehr.
Siehe hier

Piraten

Auf der einen Seite gibt es das Bild des jungen athletischen Helden (personifiziert durch Errol Flynn, Tyrone Power, Burt Lancaster): bartlos (höchstens mit schmalem Oberlippenbärtchen), mit sonnengebräunter glatter Heldenbrust, gefüllt mit Kühnheit und Draufgängertum. Natürlich ist dieser Typ fast immer Kapitän, hart gegen sich und seine Mannschaft, aber doch stets Gentleman gegenüber den Damen, obwohl jene ihm oft hart zusetzen, ehe die Liebe obsiegt. Diese ?good guys“ sind die Lichtgestalten des Genres und segeln fast immer einem Happy-End entgegen.

Auf der anderen Seite gibt es die ?bad guys“, gewöhnlich Schurken mit anderer Statur: ältere, dickliche (?heavies“) oder gar feiste Dunkelmänner (Personifikation: Charles Laughton, Robert Newton), oft vollbärtig, unersättliche Zecher und Vielfresser, polternd mit lautem Gelächter, aber stets voller Hinterlist und Tücke, immer zu Verrat und Mord bereit.

In Wahrheit verkörpert dieser Typus den eigentlich ?echten“ Piraten: staatenlos, heimatlos, vogelfrei. Wird er erfaßt, erwartet ihn der Tod am Galgen, danach die Hölle.

Quelle

Zeitgemäße Jugendarbeit

Mitdenken! Nachdem ein Politiker forderte, die zeitgemäße Jugendarbeit habe sich um die „dicken Kinder“ zu kümmern, um eine mutmaßliche Belastung durch diese in 30-40 Jahren abzuwenden, gehen sofort Vorschläge ein, die dann doch etwas konsequenter sind.

– rauchende jugendliche mit den krankenkassen zusammen behandeln
– j. mit sehschwächen in behindertenwerkstätten abgeben
– in juz gegen langeweile kugelschreiber zusammenbasteln durchführen zur stellenfinanzierung
– in schulen feldbetten aufstellen, juz gleich neben an für 24 h versorgung
– soziale arbeit muss endlich wieder ehrenamtlich sein

Mit Dank an Marc.

Muttertag

Ich gehe sonntags ins Kino, und es ist der ganz große Zufall ? wenn es denn einer ist ? dass ich mir ?Elling ? Nicht ohne meine Mutter? ausgesucht habe. Ich merke auch im Kino erst den fatalen Zusammenhang. Pärchenbildung mal anders: Auch schon halb ergraute Menschen haben alle ihre Mütter im Schlepptau, die in der Regel schwer zurecht gemacht und wohlgelaunt hinter her tippeln. Welch Traditionspflege es in der Großstadt gibt! Vor mir eine ganz besondere Kombination: Ein schwules Paar, Sitzordnung:Sandwich, links die eine Mutter, rechts die andere, mittendrin die aufgeregten Söhne. Die Mütter quasseln hinter dem Rücken und vor den Hemdkragen ihrer Jungs begeistert aufeinander ein. Den Film selbst muss man nicht unbedingt gesehen haben, aus dieser einen Idee des Muttersöhnchens lässt sich denn doch nicht soviel Überraschendes heraus holen. Wenn schon, dann aber in dieser Kombination: Und die gab´s wohl nur heute.