Kühle Saison

Im Harz hat es geschneit, und hier könnte man es auch fast meinen, so frostnah pfeift der Wind. Aber er verteilt nur Pollen, die sich angriffslustig über alle meine dafür geeigneten Organe hermachen, welche dann, so angegriffen, äußerst empfänglich auch für ganz normale Erkältungsentwicklungen sind.
Die Vögel fliegen so tief, dass sie ständig beinahe unter dem Kotflügel landen.
Die Natur ist angeblich sehr erfreut über diesen anhaltenden Schlamassel, der Mensch zeigt sein Raustreten aus der Natur, indem er eher depressiv reagiert – soweit es sich um einen griechischen Wirt handelt: stoisch.

Der Schatz im Silbersee

Einmal in meinem Leben bin ich mit meinem Vater ins Kino gegangen: Der Schatz im Silbersee. Vermutlich war der Film ab 16, und ich war es noch nicht. Die Musik war schön, Winnetou war schön, der See war schön, Old Shatterhand ging so, der Film war nicht schön.
Später, als ich „Im Lauf der Zeit“ gesehen hatte, da wußte ich wer Karl-May-Filme hätte machen sollen: Wim Winders. Immer wollte ich es ihm schreiben. Die Drehorte in Arizona, meinetwegen auch Texas. Die Sehnsucht nach dieser Langsamkeit, diesen endlosen Beschreibungen von Prärie-Tälern, aus denen der Reiter auftaucht und wie in einer Welle wieder verschwindet, … irgendwo hatten er und W. sich verabredet, und jetzt war die Zeit gekommen den Treffpunkt aufzusuchen …

Jetzt, so habe ich es gelesen, habe Wenders einen „Cowboy-Film“ gedreht. Und alle Karl-May-Filme der 60er Jahre gäbe es jetzt in einer DVD-Kassette. Stand in der gleichen Zeitung.

Futurismus

Schwimmen, Baden, Saunen
Dresdens Schwimmhallen sind auf die kühle Saison bestens eingestellt ? mit vielfältigen Angeboten und guter Ausstattung für Sport und Erholung! [mehr]: So zu lesen auf der Website der Elbestadt Dresden am 6. Juni 2005 unter „Kultur und Sport“.

Neue Spiele

MIKADO ist out. Es geht jetzt um Monopoly. Beim Raucherblabla die Metapher für alles und jedes. „Gehe direkt ins Gefängnis. Gehe nicht über Los. Ziehe keine 4000 Mark ein.“
Frage des Tages: Gibt´s das mittlerweile in Euro?
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Anderes Spiel: Mein Erinnerungsfetzenpamphlet ist fertig. Der böse Mann, der da so viele Erwartungen dran nachgeschoben hat, völlig unverabredungsgemäß, hatte gönnerhaft zugesagt(besser: -gemailt) er stünde für alle Fragen zur Verfügung. Da rufe ich ihn an und habe mir ein paar nette Fragen zurecht gelegt, schön reflektiert das unbegreifliche Detail von … wissen wollend. Gute Fragen, nächste bitte. Er konnte keine einzige beantworten.
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Der neue Kollege hat völlig selbstständig und ohne mein Zutun einen Artikel über Corinne Maier (Entdeckung der Faulheit)gefunden und ist fasziniert-amüsiert.
Gerald Wood vom Meinungsforschungsinstitut Gallup dazu: „69 Prozent aller Mitarbeiter haben kaum eine Bindung an ihr Unternehmen, sind demotiviert und nicht leistungsfreudig.“ (Naja also nicht im Sinne des Unternehmens vermute ich.)

JP Morgan Spartakiade

Tatsächlich sah es so aus wie die Arbeiterolympiade, wenn der Kommunismus á lá X gesiegt hätte: Heute in Frankfurt, diese Versammlung aller Sportler aller Büros, alle mit ihren witzigen Firmen-T-Shirts, mit den witzigen Sprüchen: „Wir laufen nicht davon, wir laufen mit!“
Die Begegnung mit den allerletzten 2 Läufern (1 Frau, 1 Mann), gefolgt von einer Polizeiauto mit 2 grünen Fahnen an der Ecke Grüneburgweg/ Eschersheimer: Ergreifend, diesen Kampf mit der eigenen Unzulänglichkeit anzusehen, lebende Antike eben: die „Spartakide 2005“ mit den einheitlich sich unterscheidenden Shirts all unserer volkseigenen Betriebe: Anwaltsbüros, Reisebüros, PersonalService, Leasing, …